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Teams,

Ausgrenzung beginnt im Meeting – und endet bei den Ergebnissen

Im Cyberball-Experiment des Psychologen Kipling Williams glauben die Teilnehmenden, an einem einfachen Online-Ballspiel mit zwei oder drei weiteren Personen teilzunehmen. Tatsächlich werden die anderen Mitspielenden jedoch vom Computer simuliert.

Zu Beginn verläuft das Spiel ganz normal. Alle erhalten den Ball gleich häufig. Nach kurzer Zeit jedoch wird eine Person ausgeschlossen. Die anderen spielen den Ball weiterhin untereinander zu, hören aber auf, ihn an die betreffende Person weiterzugeben.

Bereits wenige Sekunden nach diesem Ausschluss konnten Forschende deutliche neurophysiologische Reaktionen beobachten, die mit körperlichem Schmerz in Verbindung stehen. Soziale Ausgrenzung beeinflusst vier grundlegende menschliche Bedürfnisse: Zugehörigkeit, Selbstwert, Kontrolle und Sinnhaftigkeit. Hält diese Erfahrung über längere Zeit an, können langfristige Folgen entstehen – etwa Schwierigkeiten in der Emotionsregulation, übermäßige Anpassung, Rückzug, Frustration oder Depression.

Ein großer Teil unserer heutigen Kommunikation ist einseitig, isoliert und still. In Organisationen, in sozialen Medien und in der Politik wird diese Form der Kommunikation durch Technologie und die Art, wie wir sie nutzen, zusätzlich verstärkt.

Diese Einseitigkeit ist nicht nur für diejenigen unangenehm und ungesund, denen der Ball nicht zugespielt wird. Sie kann ebenso belastend für diejenigen sein, die den Ball spielen und keine Reaktion erhalten. Denn dort, wo keine echte Interaktion, kein Interesse und damit keine Verbindung entsteht, bleibt viel Raum für Interpretationen, Annahmen und Zweifel.

Im organisationalen Kontext betrifft der Schmerz, der durch „nicht ins Spiel gebracht werden“ entsteht, weit mehr als nur menschliche Grundbedürfnisse. Studien zeigen, dass Produktivität, Wirksamkeit und Leistung sinken, wenn diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Passing basket ball

Schauen wir uns einige typische Formen von Ausgrenzung in Meetings und Organisationen an.

Den Ball auf jemanden zu schießen hilft nicht

Wenn der Ball lange Zeit zwischen anderen hin- und hergespielt wurde und plötzlich jemand ihn mit voller Wucht auf dich wirft, fühlt sich das nicht unbedingt sicher an.

Und dennoch tun wir das manchmal. Wir bemerken die Dynamik, möchten niemanden ausschließen und sind ehrlich an der Perspektive dieser Person interessiert.

Doch häufig haben viele Menschen zu diesem Zeitpunkt bereits innerlich abgeschaltet. Sie fühlen sich nicht bereit oder nicht sicher genug, sich einzubringen.

Menschen wollen nicht mehr mitspielen

„Ich habe eine Idee eingebracht, aber sie wurde nicht weiter beachtet. Jede neue Idee wird sofort als Problem betrachtet. Also habe ich aufgehört, meine Gedanken zu teilen.“

Vielleicht kennst du diese Situation – aus beiden Perspektiven.

Du spielst den Ball zu und erhältst lediglich Antworten wie: „Dem ist nichts hinzuzufügen.“ Oder: „Das wurde bereits gesagt.“

Auch für die Person, die den Ball immer wieder ins Spiel bringt, kann das frustrierend und demotivierend sein.

Wenn Menschen nicht mehr mitspielen wollen, hat möglicherweise bereits eine Dynamik der Ausgrenzung eingesetzt. Gleichzeitig sind die Gründe dafür so vielfältig wie wir selbst – von der Angst, sich zu blamieren, bis hin zu einem einfach schlechten Tag.

Den Ball zurückzuhalten macht niemanden zum Gewinner

Kennst du diesen Moment im Fußball, wenn jemand den Ball zu lange hält? Von außen rufen alle: „Spiel ab, spiel ab!“, doch die Person läuft weiter – und verliert den Ball am Ende oft.

Auch in Organisationen behalten wir Informationen manchmal bewusst oder unbewusst für uns. Um besser dazustehen. Um uns einen Vorteil zu verschaffen. Oder um anderen die Chance auf ein Tor zu nehmen.

Auch das ist eine Form sozialer Ausgrenzung – zunächst gegenüber anderen, letztlich aber auch gegenüber uns selbst. Denn wir schließen uns damit vom Team aus und von der Möglichkeit, dass der Ball irgendwann wieder zu uns zurückgespielt wird.

Für keine dieser Situationen gibt es eine allgemeingültige Lösung. Menschliche Dynamiken sind komplex, jede Situation ist einzigartig, und nicht jeder Moment verlangt die gleiche Reaktion.

Bewusstsein ist jedoch ein guter Anfang.

sketch on team dynamics

Drei praktische Wege zu mehr Inklusion

Fokus auf kleine Gruppen: 2–4 Personen

Je mehr Menschen beteiligt sind, desto schwieriger wird es, den Ball im Spiel zu halten.

Kleinere Gruppen schaffen ganz natürlich mehr Möglichkeiten für Beteiligung, Austausch und Verbindung.

Eine neue Form der Abschlussrunde

Wir kennen sie alle: die klassische Frage am Ende eines Meetings.

„Gibt es noch Anmerkungen?“

Der Ball wird ein letztes Mal herumgereicht, manchmal sogar mit persönlicher Ansprache. Doch selten entstehen in diesem Moment noch neue Gedanken.

Stattdessen könnte die Abschlussrunde einen reflektierenden Charakter haben.

Manche Menschen benötigen einen Moment, bevor sie sich in einer Gruppe äußern. Zwei Minuten Nachdenkzeit können hier bereits viel bewirken.

Zum Beispiel mit folgenden Fragen:

  • Eine Erkenntnis, die ich heute gewonnen habe, ist …
  • Eine Frage, die mich noch beschäftigt, ist …
  • Etwas, das ich heute besonders wertschätze, ist …

So entsteht gleichzeitig ein gemeinsames Verständnis darüber, was jede Person aus dem Gespräch mitnimmt.

Den Beitrag anderer sichtbar anerkennen

In manchen Meetings nehmen wir bewusst die Rolle der Zuhörenden ein – und das ist vollkommen in Ordnung.

Wie bereits beschrieben, kann Schweigen jedoch nicht nur für Zuhörende unangenehm sein. Auch für diejenigen, die sprechen, kann fehlende Resonanz sehr demotivierend wirken.

Spielen ist immer eine gegenseitige Angelegenheit – selbst dann, wenn vereinbart ist, dass eine Person den Ball gerade hält.

Wie können wir zeigen, dass wir die andere Person sehen und hören?

Vielleicht durch einen Kommentar im Chat. Ein kurzes Einschalten des Mikrofons. Blickkontakt. Eine Geste.

Produktive, engagierte und wirksame Meetings brauchen Struktur.
Die erste Ebene dieser Struktur ist Inklusion.

Mit Leadership Spectrum Online haben wir ein Lernfeld für Dialog, Inklusion und Peer-to-Peer-Lernen geschaffen.

Am 30. Juni um 16:00 Uhr CET laden wir zu einem offenen und informellen Online-Treffen ein: „Leadership Spectrum – Meet the Team“.

Wenn du dabei sein und gemeinsam mit uns die „good future“ erkunden möchtest, schreib uns gerne an welcome@marina-and-team.com.

Let’s talk team!

MARINA&TEAM

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